Astrid Schneider-Heil und Stefan Heil, die das diesjährige Brunnenpaar Astrid und Stefan von Flora und Fauna bilden, betonten die Freude, die sie durch diese Fastnachtskampagne begleite. Bei der Gründung der Brunnenzeche am 11. Februar 1934 sei der Gedanke einer Heimat für die zukünftigen Generationen präsent gewesen, erklärte das Brunnenpaar. Diese Heimat solle auch weiterhin bestehen bleiben, zusammen mit der Erhaltung des großen Herzes und der offenen Arme, mit denen der Vereine stets neue Leute empfange. Tanzmarie Marie Großner präsentierte gemeinsam mit ihrer Mutter Andrea die gesamte Geschichte der Brunnenzeche in Form von lustigen Reimen und kreativen Anekdoten, wofür sie reichlich Beifall und zahlreiches Gelächter ernteten.
Die Florengäßner Brunnenzeche sei wie eine Gemeinde verwaltet, an deren Spitze ein Bürgermeister stehe, erklärte Bürgermeisterin Marianne Koch. Seit der Gründung konnten 17 Bürgermeister ihre Visionen einbringen, um die Brunnenzeche weiterzuentwickeln und von anderen Vereinen abzuheben. Nach einem Einschnitt der Vereinstätigkeit zur Zeit des Zweiten Weltkrieges konnte der Verein 1947 wieder das karnevalistische Leben in die Florengasse bringen und begeisterte so unter anderem mit Gardetänzen als fester Programmpunkt bei der FKG-Fremdensitzung. Brunnenzechen-Bürgermeisterin Marianne Koch dankte der Stadt Fulda für ihre durchgehende Unterstützung. So betonte Bürgermeister Dag Wehner die „Gemeinschaft, Geselligkeit, Freude, Harmonie und Einigkeit“, für die der Verein durchgängig sorge. Sein Reim „Macht weiter so und lasst nicht nach, Fulda braucht euch jeden Tag“, stellte so seine Dankbarkeit für den Verein dar.
Auch Landrat Bernd Woide zeigte seine Begeisterung über die Brunnenzeche: „Die Freude an der Fastnacht, die Geselligkeit und der Frohsinn am Verein in der Florengasse wirkt durch die zahlreichen Aktivitäten im gesamten Jahr über den Verein hinaus und ist somit fest in den städtischen Strukturen verankert“. Er erläuterte den Zusammenhang von Fastnacht und Demokratie, bei denen das Mitmachen und Einbringen sowie die Gemeinschaft essentiell seien. „Dieses Engagement über 90 Jahre an den Tag zu legen bereichert die Gemeinschaft in der Region.“ Genauso wünsche er sich auch, die Demokratie über Generationen weitergeben zu können.
Stadtpfarrer Stefan Buß dankte der Brunnenzeche dafür, dass sie ihn den Weg in die Fuldaer Foaset durch den traditionellen Friedensgottesdienst ermöglichte. „Ihr habt mich dadurch zum richtigen Karnevalisten und einem Freund der Fuldaer Foaset gemacht“ Es sei wichtig, heutzutage Traditionen zu pflegen und Vereine im Stadtleben eizubringen, besonders für kommende Generationen um so die Zukunft zu prägen, erklärte Buß.
Über eine besondere Ehrung konnten sich einige langjährigen Tänzer und aktive Vereinsmitglieder freuen, die mit ihrem Engagement über Jahrzehnte den Verein bereichern konnten. Ihnen wurden die entsprechenden Auszeichnungen, darunter der Brunnenordnen, verliehen, wobei sie sich über kräftigen Applaus freuten. Ein besonderes Highlight stellte das Nachspiel des Silvester-Klassikers „Der 90. Geburtstag“ dar, welches von Biggi Fricke und Michael Vogel als Butler verkörpert wurde. Durch ihre zahlreichen Wortwitze, Anspielungen und ihr originalgetreues Schauspiel brachten sie das Publikum zu begeistertem Staunen und herzlichem Mitlachen. Musikalisch wurde die Feierlichkeit vom Musikverein Niesig begleitet.
