osthessen-fasching.de 04.11.2025

„Nonstop Highlights“ – Amtszeit von Prinz Johannes geht zu Ende

Fulda (pf) – Wenn der 11. November im Kalender näher rückt, steigt gleichzeitig die Spannung: Fulda bekommt einen neuen Fastnachts-Prinzen. Doch bevor es so weit ist, blickt der bisherige nochmal zurück. Osthessen-Zeitung hat mit Prinz Johannes Caravanicus LXXXII. von Fulda (Johannes Günther) gesprochen.

Archivfoto: Manfred Völler

Dass Günther – bis dato auch noch Präsidiumsmitglied der Fuldaer Karnevals-Gesellschaft (FKG) – Prinz werden sollte, stand zumindest schon etwas länger fest, verrät er. „Schon vor Corona“, so Günther. Doch dann bremste die Pandemie die Foaset erstmal aus, ehe andere berufliche Verpflichtungen viel Zeit in Anspruch nahmen. Am 11.11.2024 war es dann aber so weit: Günther stand als neuer Prinz vor der Menge, und durchlebte eine vergleichsweise lange Kampagne. Nun heißt es schon bald Abschied nehmen, mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt er: „Man weiß ja schon am Anfang, dass es irgendwann zu Ende ist. Wir haben zwar nochmal die Eröffnung am Buttermarkt, aber dann abends sind die Leute im Saal ja gespannt, wer da Neues kommt. Dann interessiert der alte Prinz eigentlich wenige“, schmunzelt Günther. „Aber das ist der Lauf der Dinge, und das ist auch gut so“.

Vieles war in der zurückliegenden Kampagne so, wie es sich der Prinz vorstellte. Aber er habe auch Neues gelernt und gemacht. „Man erlebt vieles als Prinz anders, man steht in einem anderen Rampenlicht und hat eine andere Präsenz“, beschreibt Johannes Caravanicus LXXXII. Doch spätestens nach einem großartigen Rosenmontag stand für ihn fest: „Die Fastnacht lebt nach wie vor in Fulda, hat hier einen hohen Stellenwert. Es war nach Corona etwas schwierig, alles erstmal wieder in Gang zu kriegen. Aber es ging dann doch relativ gut, weil die Leute wieder raus wollten: Die Aktiven hatten Ideen und die Menschen wollten Fastnacht feiern. Es ist wie vorher“.

Dass der RoMo-Umzug witterungsbedingt stattfinden konnte, war sogar eine Erleichterung: Denn in den vergangenen Jahren klappte es bei Markus und Alexander Günther weniger gut. „Es war mit meinem Namen dann schon nicht einfach, die Leute hatten schon Bedenken: Nicht schon wieder ein Günther…“, lacht der scheidende Prinz, der den Mund eigentlich nicht zu voll nehmen durfte. Doch es lief super: Das Frühjahr startete pünktlich zum Hochfest der Foaset. Und: „Es war super Stimmung, es gab kein Theater. Das ist ja in heutiger Zeit auch nicht mehr selbstverständlich“.

Für Günther geht nun eine lange Kampagne zu Ende, Rosenmontag war am 3. März – kommendes Jahr bereits am 16. Februar. „Man muss sich damit arrangieren, wie es ist. Aber ich persönlich wollte nie eine kurze Kampagne. So gab es immer mal Luft und wir waren auf ein paar Veranstaltungen und konnten mitfeiern, wie bei der Brunnenzeche“. Prinz Johannes Caravanicus habe es genossen, mit vielen bekannten Gesichtern zu quatschen und zu feiern.

Was seinen Nachfolger angeht, habe er noch keine Gerüchte gehört und rätselt selbst mit: „Es ist noch nichts durchgesickert. Aber da soll jeder seinen eigenen Weg gehen und seine Erfahrungen machen“. Eines gibt er dem kommenden Prinzen aber noch mit auf den Weg: „Man sollte die Zeit genießen. Es geht so schnell rum, selbst meine lange Kampagne. Aus dieser will sich Günther übrigens nicht einen Höhepunkt herausgreifen, sondern erinnert sich an alles gerne zurück: Die FKG-Fremdensitzungen, der Ball der Stadt Fulda, Besuche bei den Randstaaten oder natürlich die Umzüge: „Es waren nonstop Highlights“.

 

 

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