osthessen-fasching.de 10.09.2025

30 Jahre Schoppegarde Löschenrod – Tanzbegeisterung ungebrochen

Löschenrod (as) – Unterhaltsames und beeindruckendes Männerballett feiert Jubiläum – vor 30 Jahren wagten sich neun mutige Tänzer als „Schoppegarde Löschenrod“ erstmals auf der Bühne. Vom 12. bis zum 14. September wird das nun mit Showtanzabend, Live-Konzert und einem Festkommers richtig zelebriert. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen blickt der Verein dann auf viele schöne Momente aus drei Jahrzehnten an Bühnenauftritten zurück.

Fotos: Schoppegarde Eichenzell

1995 waren Holger Breithecker, Andreas Kraft, Marco Bohl, Oliver Kümmel, Boris Schymocha, Christian Heil, Heiko Gerden, Karten Schickentanz und Dominik Vogel zum ersten Mal als „Schoppegarde“ auf der Bühne zu sehen, begleitet von Stefan Schäfer als Schildträger. Gut an die Zeit erinnern kann sich Matthias Frischkorn, der damals noch im Publikum saß und rund zwei Jahre später zur Tanzgruppe dazustieß. Mittlerweile ist er als erster Schriftführer im Verein aktiv und berichtet davon, dass Holger Breithecker damals die treibende Kraft gewesen sei: „Er hat das Projekt aus dem Boden gestampft.“ Als Motivation hätte es zum Start gereicht, dass die Tänzer nicht nur freien Eintritt zu den verschiedenen Fastnachts-Veranstaltungen erhielten, sondern auch noch Freibier spendiert bekamen – woher auch der Name „Schoppegarde“ herrührt. Die Vereine hätten die jungen Männer schnell für verschiedene Veranstaltungen ins Programm genommen, merkt Frischkorn an: „Die waren froh, wenn jemand was macht.“ Im Laufe der Zeit war dann der eigene Anspruch gestiegen, was die Choreografien und die Kostüme angehe.

Die Schoppegarde sei zunächst eine reine Tanzgruppe gewesen, berichtet der erste Schriftführer. 2003 hätten die Verantwortlichen den Verein gegründet und würden seit 2008 die Mottofastnacht in Löschenrod federführend gestalten. Dabei sei es den Mitgliedern wichtig, mit aufwendigen Tänzen und Kostümen das Publikum zum Jubeln zu bringen: „Wir möchten kreativ sein, deswegen gibt es jedes Jahr ein neues Thema.“ Ob als Elvis-Imitatoren, Piraten, Olympia-Sportler oder Railway-Arbeite haben die Löschenröder damit immer wieder aufs Neue die Gäste in den Bürgerhäusern und Sälen unterhalten und überrascht. Wichtig sei den Mitgliedern dabei, nichts von den anderen Herrenballett-Gruppen zu kopieren: „Wir verstehen uns sehr gut mit den anderen Männertanzgarden.“ Über die Jahre hinweg seien nämlich einige enge Vereins-Freundschaften entstanden.

Für die bevorstehende Kampagne haben sich wieder 16 Tänzer gefunden, erzählt Frischkorn. Früher hätten sich die Mitglieder etwa ab Ende September wöchentlich zum Training für die Fastnachtszeit zusammengefunden. Auch zwei feste Trainingstage am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag hätten für die Junggesellen dazugehört. Mittlerweile fange das Training schon im August an. Die Motivation reiche dabei teilweise sogar über Kontinente hinweg, erinnert sich der Löschenröder zurück: „Vor zwei Jahren waren zwei Tänzer bei der Vorbereitung in Australien.“ Diese hätten sich die Choreografie über Videos angeeignet, der Feinschliff habe dann zurück in Deutschland stattgefunden. Ziel der Auftritte sei natürlich, eine tolle Show abzuliefern und lauten Applaus zu erhalten: „Man merkt, wie gut das ankommt und will das natürlich wieder haben. Wir versuchen, das Beste rauszuholen.“ Der Verein sei weiterhin für viele ein Herzensprojekt und die Begeisterung zum Tanz ungebrochen.

In den drei Jahrzehnten gebe es natürlich 1000 wunderbare Momente und Erinnerungen, stellt Frischkorn fest. Als einen unter vielen Höhepunkten nennt er das erste „Schoppe-Gehoppe“ im Jahr 2000, bei dem die jungen Männer viel Unterstützung erhalten hätten: „Das war eine ganz tolle Sache.“ In den ersten Jahren hätten die Mitglieder nach der Veranstaltung noch direkt bis 6 Uhr die Kulturscheune sauber gemacht und sich dann zum Frühschoppen zusammengefunden. Stolz ist der erste Schriftführer auf die Leistungen, welche die Tanzgruppe unter anderem bei den Deutschen Meisterschaften im Männerballett bewiesen habe. Gleich drei Mal hätten die Mitglieder es auf den vierten Platz geschafft, knapp am Siegertreppchen vorbei: „Das zeugt von einem gleichbleibend hohen Niveau.“

Mit einem großen Festwochenende wird vom 12. bis zum 14. September nun das Jubiläum gefeiert, gibt Frischkorn an. Am Freitag sei unter dem Motto „Sommergehoppe“ ein großer Showtanzabend mit insgesamt zwölf Programmpunkten geplant. Dabei dürften sich die Gäste nicht nur auf aktuelle Tanzgruppen freuen, sondern auch die Rückkehr der Dancing Sins und der Freshé Nett, welche damals das Publikum mit ihren Auftritten begeisterten. Für die musikalische Unterhaltung zwischendurch sorge an allen drei Tagen DJ Vanny. Für den Samstag gebe es dann ein Live-Konzert von der bekannten osthessischen Band BBC Rock, führt der erste Schriftführer weiter aus. Er verspricht eine tolle Atmosphäre: „Das Bürgerhaus ist wie gemacht dafür.“ Zum Sonntag dann stehe ein Kommers an, bei denen neben dem Bürgermeister und dem Dorfpfarrer natürlich viele befreundete Vereine eingeladen worden seien. Mindestens 21 Vereine hätten sich angekündigt, teilt er mit. Außerdem gebe es Zusagen von insgesamt 30 Tänzern aus den 30 Jahren Schoppegarde sowie von Ursula „Usch“ Krassler, die gerade in den Anfangsjahren eine wichtige Stütze für die Gruppe war: „Sie hat jedes Kostüm selbst geschneidert. Wir sind sehr dankbar dafür.“