Zu Beginn blickte der FCK zurück auf 50 herrlich-bunte Jahre im Zeichen der Fastnacht. Die Präsidenten und Ex-Präsidenten Michael Krieg, Volker Krieg und Marcus Veltum plauderten von den Anfängen der Fastnacht im Jahr 1976, als die Jacken und Narrenkappen noch selbst genäht und die Fastnachtsorden noch selbst gefeilt wurden, über den „Umzug“ ins Haus „Hessisches Kegelspiel“ in den 90er Jahren bis hin zu den schwierigen Gegebenheiten nach der Grenzöffnung, bei der man es auf dem Weg nach Geismar und Wenigentaft durch scharfe Grenzkontrollen schaffen musste. Und der Blick in die Zukunft ist vielversprechend: Mit über 70 Tänzerinnen und Tänzern in den Tanzgruppen und mit insgesamt über 100 aktiven Narren ist der FCK bestens aufgestellt. So kann es weitergehen!
Und dann begann das große Programm: Mit einem dreifach kräftigen „Großtafta Helau!“ marschierte der FCK Großentaft auf die heimische Fastnachtsbühne, welche kaum ausreichte. Mit den Dreamstars, Sunlights, Stardust, Blue Stars 2.0, Fire Stars, Däfter Damen, dem Elferrat und den Los Crawallos stand „halb Großentaft“ auf der Bühne. FCK-Präsident Marcus Veltum begrüßte das Publikum im närrischen Hexenkessel und übergab das Mikrofon an die Tollitäten der diesjährigen Kampagne: „Prinz Tobias XXXIV., Tenorhorn spielender Konstrukteur vom Dudelmertes Clan und Prinzessin Jutta, lesebegeisterte Lehrerin mit Herz aus dem Fieser Land“ (Tobias und Jutta Jost). Diese waren gleich Feuer und Flamme und strahlten mit dem Publikum um die Wette. Es folgte ein kurzweiliger und spannender Abend voller Emotionen, Überraschungen und unvergesslicher Momente unter dem Kampagnen-Motto „Däfter im Musikfieber“.
Musikalisch ging es auch gleich los mit der Haus- und Hofkapelle des FCK, den „Los Crawallos“ (Trachtenkapelle „Hess. Kegelspiel“ Großentaft). Das Prinzenpaar sang zu den Klängen der Musiker das Lied „Bella Großentaft“, mit dem bereits während der Auswärtsfahrten des FCK so manche osthessische Bühne unsicher gemacht wurde.
Die Däfter Damen entführten das Publikum in ein Altenheim, in dem es alles andere als einen ruhigen Lebensabend gab. Bei einer wilden Rockstunde der „Silver Sisters of Rock“ zeigten die „alten Damen“ mit Gebiss, Rollator und Luftgitarre, dass man auch noch im hohen Alter so richtig abrocken kann. Das war noch einmal eine richtige Party auf die alten Tage.
Die Bühnenbattle-Queen „Schakkelin aus dem Buchfinkenland“ klagte über immer wiederkehrende Probleme mit ihrem Mann und mit ihrem Gewicht. Mit herrlich sächsischem Akzent berichtete sie davon, wie schwer es sei, gleichzeitig attraktiv und gut genährt zu sein, ohne mit großen Eheproblemen kämpfen zu müssen, und brachte damit das Publikum zum Toben.
Die Elferräter Jonathan Krieg und Jannik Etzel berichteten in Form eines Video-Beitrags als „Volker und Eugen“ von der kaum lösbaren Aufgabe, einen Sketch zu entwickeln, ohne das böse Wort „Fuse“ (Ufhausen) zu verwenden. Da die Prinzessin aus Ufhausen kommt, sind Witze über das Nachbardorf nämlich strengstens untersagt. Nach sehr langer Bedenkzeit und vielen verworfenen Ideen musste man schweren Herzens den Weg nach Ufhausen auf sich nehmen, aber Eugen rettete sich in letzter Sekunde mit einem waghalsigen Sprung aus der Autotür.
Die Freunde des Prinzenpaares präsentierten auf der Bühne den mutigen Versuch, aus dem Stehgreif ein Orchester zu gründen. Dies gelang mäßigem Erfolg, aber mit jede Menge Humor. Der Klang der Instrumente war zwar verbesserungswürdig, aber die Einstellung und Motivation war absolute Spitzenklasse.
Die Gruppe „Revival“ sorgte mit einem waschechten Flashmob für beste Stimmung im Saal. Beim Lied „Echte Freunde steh`n zusammen“ machte das komplette Publikum mit, und beim Song „Das ist Heimat“ stand so manchem gestandenen Kerl die Tränen in den Augen.
Für einen Ausflug in die Welt der Blasmusik sorgte das „1. Musikcorps Schönwetter“. Beim „Walzer-Spezial“ mit Tenorhorn, Bass, Klarinette und einer ordentlichen Prise Humor brachten sie das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen. Und da Tenorhornspieler Tobias als Prinz leider verhindert war und seinen royalen Pflichten nachgehen musste, schickte er als Vertretung seinen Vater Erhard.
Für Recht und Ordnung sorgte das „Däfter Dorfgericht“ (Elferrat): Hier war kein Kleinganove oder Möchtegern-Gangster sicher! Ob dreister Mandarinen-Dieb, rücksichtsloser Raser oder zwielichtiger Doktor: Hier bekam jeder seine gerechte Strafe und kam mehr oder weniger glimpflich davon.
Das Duo „Hermann und Josep“ (Volker Krieg und Michael Krieg) ließen das vergangene Jahr Revue passieren und tratschten unter anderem über das 100-jährige Jubiläum der Trachtenkapelle, die neue Straße nach Rasdorf, Veränderungen im Pfarrhaus und den Spendenaufruf zur Sanierung der Großentäfter Kirchenorgel sowie die Tatsache, dass der letzte Milchbauer von Großentaft, Friede Karl, in Zukunft auf Milchkühe verzichtet. Das Publikum hing an ihren Lippen und lachte aus vollem Herzen.
Selbstverständlich präsentierten auch die vereinseigenen Tanzgruppen Dreamstars (unter der Leitung von Chantal Koch bei ihrer Premiere bei der Fremdensitzung), Sunlights (unter der Leitung von Anna Hohmann), Stardust (unter der Leitung von Lorena Krieg), Blue Stars 2.0 (unter der Leitung von Svenja Franz) und Fire Stars (unter der Leitung von Anna Hohmann) ihre diesjährigen Show- und Gardetänze und rissen somit das Publikum von ihren Plätzen. Und damit nicht genug: Die neu gegründeten „Grey Stars“ des Elferrats setzten dem Spektakel noch die Krone auf: beim Tanz unter dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ stand der ganze Saal.
Nun folgte ein absolutes Highlight der Großentäfter Fastnacht: Das Gardemedley, bestehend aus den Stardust, Blue Stars 2.0 und Fire Stars, füllte die Bühne und sorgte für Jubelstürme im Publikum. Das hat doch Potenzial für eine Fortsetzung im nächsten Jahr!
Auch der Singende Elferrat unter der Leitung von Dominik Schellenberger ließ die Noten tanzen: Während der Lieder „Kegelspiel-Roads“ und „Däfter Jung“ schwärmten die Sänger von der geliebten Heimat Großentaft, der „Perle des Hessischen Kegelspiels“, und auch der Klassiker „Steht auf, wenn ihr Däfter seid“ durfte natürlich nicht fehlen, wobei der gesamte Saal kräftig mitmachte.
Nach einem langen, aber immer kurzweilen Programm ließ der FCK noch lange mit seinen Gästen die Korken knallen und die Gläser klingen, denn Fastnacht ist nur einmal im Jahr!
