Beginnend mit den Jüngsten des NCV, den Blauen Fünkchen, die einen süßen Gardetanz darbrachten, über die NCV Smilys mit ihrem schönen Showtanz zum Thema Safari, bis zur NCV-Präsidentengarde mit einem zackigen Gardetanz, wurden die Besucher in der ersten Hälfte tänzerisch verwöhnt. Dies setzte sich nach der Pause, mit dem Prinzenmariechen Sabrina Hohmann, das einen exquisiten Gardetanz zeigte, und dem Männerballett der Flotten Spritzer, die das Thema „Nervenheilanstalt“ vertanzten, fort. Letzter tänzerischer Höhepunkt waren die NCV Skylights, die das Thema „Im Glanz der Wüste“, umsetzten. Alle erhielten für ihre Tänze den umjubelten Beifall des Publikums.
Das Salz in der Suppe einer jeden Fremdensitzung sind die Redner. Hier ist der NCV seit vielen Jahren eine erstklassige Adresse. Gleich fünf eigene Büttenredner standen auf der Bühne, die die Besucher in Tränen ausbrechen ließen. Den Anfang machten Martin Pappert und Richard Landgraf, die „Dinner for one“ auf hessisch aufführten. Miss Sophie und ihr Butler Johann, der immer wieder über das Wildsaufell stolperte, überzeugten in ihren Rollen und hatten die Lacher auf ihrer Seite. „Die fränkische Putzfrau Berta“, Yvonne Mangold, Gewinnerin des diesjährigen Büttenbattles, eroberte erneut die Narren, mit ihren trockenen Sprüchen. Sie philosophierte über ihren Ehemann Erwin, der praktisch alles falsch macht, was man nur falsch machen kann, sowie über andere männliche Persönlichkeit mit manch charmanten Seitenhieb. Tränen der Begeisterung waren der Lohn des Publikums für einen gelungenen Vortrag.
Die Familie des Prinzenpaares, gab in einem Sketch in der dafür eigens aufgebauten Schreinerwerkstatt, Meister Eder (Martin Reck) und sein Pumuckl (Kathrin Weber) zum Besten. Der weitgereiste Familienchor untermalte mit Liedern über das Prinzenpaar, das Geschehen in der Werkstatt, bei dem das Publikum die ein oder andere unbekannte Anekdote aus deren Leben erfuhr und dieses mit fantastischem Applaus dankte. Prinz und Prinzessin erhielten jeweils einen vom Meister und Pumuckl angefertigten Orden. Nach der Pause kamen die Fußradgruppe und die „alten Spritzer“ auf die Bühne und brachten den Saal in ihrer Kostümierung und mit einem Kracher und tollen Schlagermedley so richtig in Stimmung und zum Toben.
Jochen Hack, alt bewährt und ein begnadeter Büttenredner, berichtete zusammen mit seiner Tochter Selma in der eigenen Mimik über einen Stammtischausflug an die Mosel, bei dem doch manches durch den Geist des Weines aus dem Ruder lief. Unter anderem auch bei ihm selbst. Das Publikum hatte Tränen in den Augen vor Lachen. Und sei es nicht genug, brachte Markus Hackenberg, der letzte Redner des Abends, als Zeitreisender mit seinem selbstgebauten „Fluxgenerator“ das närrische Publikum mit seinem Beitrag zu Standing Ovationen. Er tauchte ein, in die 1200-jährige Geschichte von Niederkalbach und reiste mit seiner Zeitmaschine bis 826 zurück ins Gründungsjahr. Nach vielen historischen Stationen landete er schließlich im Jahr 2046 um sich die Zukunft seines Heimatortes und des NCV anzusehen. Brillant und dem ihm eigenen Humor, wurden verschiedene Personen des dörflichen Lebens auf die Schippe genommen. Dass dabei viele kleine Spitzen an die Mittelkalbacher und Neuhöfer Gäste nicht fehlen durften, war die Würze. Vor allem, dass Neuhof in 2046 einen Antrag auf Eingemeindung an Niederkalbach stellt.
Nach knapp fünf Stunden und einer gelungenen Fremdensitzung im 75. Jubiläumsjahr des Niederkalbacher Carnevalverein, welche von den drei Sitzungspräsidenten Florian Stolz, Jochen Hack und Markus Hackenberg (wer hat, der hat) charmant und schwungvoll moderiert wurde, tanzten die Narren bis in die frühen Morgenstunden zu den Klängen vom Top Sound Team. Die Polonaise im Saal führte kein anderer als Bürgermeister Mark Bagus an.
