Der Schnee der Nacht war beiseite geräumt worden, als sich die Zugteilnehmer bereit machten, fielen schon die nächsten Flocken. Der närrische Lindwurm bestand aus 45 Zugnummern und war mit überschaubarem Tempo unterwegs, denn es wurde immer wieder gestoppt. In Herbstein gehört das „Aufspielen“ zum Zug dazu. Beim Bürgermeister und vor den Häusern von Geschäftsleuten und Honorationen werden dabei die Damen des Hauses vom Bajazz zum Tanz gebeten. Im Gegenzug erhalten die Springer eine Spende. Die teilnehmenden Vereine hatten bei der Gestaltung ihrer Kostüme und Wagen wieder viel Kreativität gezeigt. Auch das Publikum wurde miteinbezogen und das nicht nur beim Einsammeln der Süßigkeiten, die den meist kostümierten Menschen am Straßenrand zugeworfen wurden. Denn mit dabei waren auch in diesem Jahr natürlich wieder die Traditionsfiguren der Herbsteiner Fastnacht: Der Erbsenstrohbär, das Siebpferdchen, der Storch, die Kehrer, die Schwelleköpp, die Vorreiter, die Bajazz Garde, die Kassierer die Fahnenträger und die frechen Affen, die jedem, der nicht schnell genug in Deckung ging, mit ihren Kuhschwänzen durchs Gesicht wedelten.
