osthessen-fasching.de 22.01.2026

11. Foaset fir Freeme – Närrisches Jubiläum mit Aki, Humor und Orden

Fulda – Von Silas Messing – Wenn die Welt gefühlt aus den Fugen gerät, Donald Trump für Kopfschütteln sorgt und selbst im eigenen Land der Ton rauer wird, dann braucht es Orte, an denen man lachen, zuhören und zusammenrücken kann. Einen solchen Ort bot am Mittwochabend einmal mehr die Bornlepp – beim 11. „Foaset fir Freeme“, dem närrischen Fastnachtsseminar von Region Fulda, Florengäßner Brunnenzeche und Fastnachtsprofi Axel „Aki“ Elm.

Die FKG-Prinzenmannschaft ließ sich die 11. Foaset fir Freeme nicht entgehen. Fotos: Silas Messing.

Der Jubiläumsorden.

Schon die Eröffnung machte klar: Hier darf Klartext gesprochen werden – närrisch verpackt, versteht sich. Christoph Burkard von der Region Fulda schlug den Bogen von der chaotischen Weltlage bis zur ehrlichen Kraft der Fastnacht. „Die Wahrheit zu sagen, traut sich bald keiner mehr“, hieß es aus der Bütt – umso größer die Vorfreude auf eine Veranstaltung, bei der Humor, Satire und Offenheit ausdrücklich erlaubt sind.

Ein Orden zum elften Mal – und ein bisschen Bauch wegretuschiert

Passend zum närrischen Jubiläum – elfmal „Foaset fir Freeme“ – wurde in diesem Jahr erstmals ein eigens gestalteter Jubiläumsorden verliehen. Burkard erklärte augenzwinkernd die Idee dahinter: Die Elf sei im Karneval eine närrische Zahl – und genau deshalb perfekt für einen Orden, der Verbundenheit, Wertschätzung und Dankbarkeit ausdrücken soll.

Besonders im Fokus: Aki Elm, dessen Konterfei als Vorlage für den Orden diente. „Im vorauseilenden Gehorsam haben wir den Bauch ein bisschen kleiner gemacht“, scherzte Burkard. Überhaupt sei der Orden ein großes Dankeschön: an Aki, an die Aktiven, an die Unterstützer – und an all jene, die „Foaset fir Freeme“ über Jahre mit Leben gefüllt haben.

Produziert wurden nur 100 Exemplare. Verliehen werden sie an verdiente Karnevalisten und ausgewählte Persönlichkeiten.

Fastnacht erklärt – für Fremde und Einheimische

Was vor elf Jahren als Idee begann, Zugezogene besser in Fulda zu integrieren, ist längst ein Publikumsmagnet. Axel „Aki“ Elm erinnerte an die Anfänge: Damals habe man festgestellt, dass viele Neubürger – aus Unternehmen, Hochschule oder von weit her – mit der hiesigen Foaset wenig anfangen konnten. Also entstand ein „Seminar für Fremde“, bewusst humorvoll und offen gestaltet.

Dass das Konzept aufgegangen ist, zeigte der volle Saal. Längst sitzen nicht nur „Freeme“, sondern auch zahlreiche Einheimische in der Bornlepp, die Lust haben, ihre eigene Fastnacht besser zu verstehen. Elm erklärte mit Witz und Tiefgang die Unterschiede zwischen Fastnacht, Fasching und Karneval, sprach über historische Wurzeln, kirchliche Einflüsse und regionale Besonderheiten – und machte deutlich: In der Fastnacht sind alle gleich. Prinzen, Gardisten, Musiker, Helfer und Gäste.

Tollitäten, Traditionen und viel Applaus

Ein Bestandteil des Abends ist die Vorstellung der Tollitäten. In diesem Jahr führte Aki humorvoll durch die Reihen der Prinzenmannschaft, erklärte Aufgaben von Ordnanz der als „Prinzenbus-Fahrer“ agiert, Zeremonienmeister und Adjutanten – und würdigte die vielen Ehrenamtlichen, ohne die keine Kampagne funktionieren würde.

Großen Applaus erhielt auch Prinzessin Isabel von Brief und Siegel, die die Bedeutung von „Foaset fir Freeme“ betonte: „Es ist uns eine riesengroße Ehre, heute Abend hier in der Bornlepp zu sein. Das elfte Mal ,Foaset fir Freeme‘ mit dem Aki – das ist wirklich etwas ganz Besonderes.“

„Foaset fir Freeme“ stehe für weit mehr als nur Wissensvermittlung, so die Prinzessin weiter: „Die Veranstaltung steht für Offenheit, Begegnung und ein wertschätzendes Miteinander – genau das macht unsere Fastnacht aus.“ Besonders hob sie dabei Axel Elm hervor: „Aki und sein Bruder entstammen einer echten Fastnachtsfamilie. Ihr Vater war 1983 Prinz der FKG – da kann man sich vorstellen, welche Geschichten hier zusammenkommen.“ Mit närrischen Schlachtrufen und viel Charme wurde die Bornlepp endgültig zur Hochburg der fünften Jahreszeit.

Fastnacht mit Herz und Einsatz

Immer wieder wurde im Laufe des Abends deutlich, dass ohne die vielen Helfer im Hintergrund eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre. Ob Brunnenzeche, Organisationsteam, Küche oder Ausschank – „gäb’s nüscht zu esse und au kein Bier“, wie es treffend hieß. Entsprechend groß fiel der Dank an alle aus, die zum Gelingen des Abends beitrugen.

Zwischen Redebeiträgen, Applaus und Akis Fachwissen blieb dabei stets Raum für Begegnung und Austausch. Die Kampagne ist kurz, die Foaset kostbar – und das elfte „Foaset fir Freeme“ zeigte einmal mehr, wie sehr Fastnacht verbindet: Fremde wie Einheimische, mit Humor, mit Engagement und mit ganz viel Herz.

 

 

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11. Foaset fir Freeme in der Bornlepp. Fotos: Silas Messing.