osthessen-fasching.de 26.01.2026

Friedensgottesdienst der Karnevalisten – Freundschaft statt Hass

Fulda (gü) – Es war wieder ein buntes Bild in der Fuldaer Stadtpfarrkirche. Zahlreiche Fürstlichkeiten, Fahnenträger und Faschingsfreunde waren zum Friedensgottesdienst der Karnevalisten gekommen. Zelebrant war Stadtpfarrer Stefan Buß, der seine Predigt wie gewohnt in Reimform vortrug.

Foto: Manfred Völler.

Der Humor zog wieder in die Kirche ein, nicht nur mit den Karnevalisten, die zusammen mit Pfarrer und Messdiener durch den Mittelgang schritten, Buß selbst hatte auch wieder seine Narrenkappe mitgebracht und tauschte seinen Pilgerhut gegen diese ein. „Hoffnung, ihr Lieben, die braucht auch den Spaß – sonst wird sie zu schwer und verliert ihr Maß. Drum lacht und singt und feiert heut, denn Gott hat an uns allen Freud“, sagte der Stadtpfarrer. Er rief auf, Neid und Missgunst, Intrigen, Zwietracht und schlechten Ton außen vor zu lassen und stattdessen die Freundschaft zu pflegen: „Denn nur wer liebt, der ist bereit, den Sinn der närrischen Zeit zu fassen: Sich selbst und andre nicht zu hassen.“ Buß begrüßte die zahlreich erschienenen Tollitäten, allen voran natürlich Prinzessin Isabel von Brief und Siegel (Dr. Isabel Hohmann) und ihre Mannschaft. „Ihr tragt die Tradition durch Raum und durch Zeit, bewahrt sie mit Herz und mit Fröhlichkeit“, wandte sich Buß an die närrischen Herrscher: „Ihr bringt den Menschen ein Lächeln ins Gesicht, verjagt graue Sorgen mit Liedern und Licht. Wo Alltag oft schwer auf den Schultern uns liegt, wird er leicht, wenn die Foaset durch Straßen zieht.“

Der Stadtpfarrer konnte auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßen und schlug vor, dass er noch mehr als Schirmherr der Fuldaer Foaset werden könne: „Heimlich, ganz leise, wir flüstern es hier, mit Augenzwinkern und närrischer Gier: Wir hoffen im Stillen, wir träumen es schon – dass er einst wird der Prinz auf dem Fuldaer Thron.“ In seiner Predigt blickte Buß zudem auf den anstehenden Hessentag, bei dem die Kirche auch präsent sein wird. Um den Frieden ging es natürlich auch – den Frieden in den Reden und Worten und in den Krisenregionen der Welt. „So lehre uns Menschen im Großen wie Klein, Werkzeug des Friedens und Boten zu sein. Dass jede und jeder bei sich selber beginnt, sondern Liebe, die heilt und das Miteinander bringt“, sagte der Stadtpfarrer, der den Gottesdienst gemeinsam mit Susi Süssemilch von der Florengässner Brunnenzeche vorbereitet hatte. Musikalisch wurde der Gottesdienst wieder begleitet von Hans Joachim Rill an der Orgel und dem Musikverein Niesig. Die Tradition des Friedensgottesdienst geht auf den Irak Krieg 1991 zurück. Damals fiel der Rosenmontagsumzug aus und stattdessen beteten die Karnevalisten für den Frieden. Der Gottesdienst fand zum 36. Mal statt.