osthessen-fasching.de 13.03.2026

100 Jahre Karnevalsverein Ostendia – Bunter Festkommers – Fotos

Fulda (pm/gü) – Mit einem feierlichen Festkommers hat der Karnevalverein Ostendia Fulda vor Kurzem im Bürgerzentrum Ziehers Süd sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Mitglieder, ehemalige Aktive sowie Gäste aus Politik und Fastnacht waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam auf ein Jahrhundert Vereinsgeschichte zurückzublicken.

Fotos: Thorsten Vey.

Die Wurzeln des Vereins reichen bis zum 6. März 1926 zurück. Damals gründeten sechs junge Männer am Stammtisch den Radfahrverein „Waldlust“, der zunächst der körperlichen Ertüchtigung dienen sollte. Neben gemeinsamen Ausflügen und Feiern entwickelte sich jedoch auch schnell eine Leidenschaft für die Fastnacht. Am 18. Januar 1930 wurde der Verein deshalb in „Geselligkeitsverein Ostend“ umbenannt. Seinen heutigen Namen erhielt der Verein am 15. Dezember 1937: Der Karnevalverein „Ostendia“ wurde aus der Taufe gehoben. Gleichzeitig entstand der bis heute bekannte Schlachtruf „udeti savita – tamas castameti“, der aus dem Indischen stammt und sinngemäß „Die Sonne geht auf – das Dunkel entweicht“ bedeutet. Passend zu den Wurzeln des Vereins im Osten der Stadt orientierten sich fortan Kostüme und die Darstellung der Fürstlichkeiten am fernen Indien. Mit dieser Neuausrichtung wurde Ostendia zugleich zum drittältesten Verein in der Fuldaer Fastnachtsgeschichte.

Bereits 1938 nahm der Verein erstmals am Rosenmontagszug teil. In diesem Zusammenhang wurde festgelegt, dass das gesamte Ostviertel künftig als „Ostendien“ bezeichnet werden solle. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm der Verein 1948 seine Aktivitäten wieder auf und ist seither ein fester Bestandteil der Fuldaer Fastnacht. Die Fürstlichkeit des Vereins trägt traditionell den Titel „Bahadur“ oder „Maharani“. Während der Kampagne werden sie von der Fürstengarde mit Haremsdamen begleitet und vom Elferrat unterstützt. Für tänzerische Höhepunkte sorgen die drei Garden „Rising Suns“, „Red Angels“ und „Sunshines“, während der Fanfarenzug – einer der wenigen noch aktiven Naturfanfarenzüge – die Einmärsche musikalisch untermalt.

Beim Festkommers begrüßten der erste Vorsitzende, Markus Schmid, und die zweite Vorsitzende, Lena Höfer, die Gäste. Ein besonderer Moment war der Einmarsch aller noch aktiven ehemaligen Fürstlichkeiten des Vereins. Anschließend wurde die Geschichte der Ostendia in fünf Epochen von den Vereinsmitgliedern Dr. Frank Steinhauer, Carola Wenisch, Annette Czuday-Larbig, Kai Deutschländer und Enrique Ritz vorgestellt. Die historischen Rückblicke wurden durch tänzerische Beiträge der Tanzmariechen, der Gruppe HD Eleven sowie der Tanzgarden Rising Suns und Red Angels ergänzt. Auch der Fanfarenzug sorgte mit einem musikalischen Beitrag für festliche Stimmung.

Im Anschluss richteten der Präsident des Karnevalverbands, Heiko Rudolf, der Vertreter der Katholischen Pfarrgemeinde St. Flora, Wolfgang Gärtner, die Sprecherin der Randstaaten, Sabrina Schmitt, sowie der Stadtbaurat Daniel Schreiner und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld ihre Grußworte an den Jubelverein. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ernennung des langjährigen und verdienten Vereinsmitglieds, Angelika Deutschländer, zum Ehrenmitglied vom Karnevalverein Ostendia.

Nach dem offiziellen Programm klang der Abend in geselliger Runde aus. Bei Musik von DJ Marco nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch, Erinnern und gemeinsamen Feiern – ganz im Sinne der langen Tradition des Vereins.

KV Ostendia feiert 100-jähriges Bestehen. Fotos: Thorsten Vey.